Naturteiche planen – Teil 2

Wo soll der Teich denn hin? Fragen zur Platzwahl

Natürlich ist es eine Augenweide, wenn der Teich unmittelbar an die Terrasse angrenzt. Nichts läge näher, als dieser Platz. Aber macht das auch Sinn? Viele Tiere, die an den Teich kommen, verfügen über eine große Fluchtdistanz. Badende Vögel werden Sie kaum zu Gesicht bekommen, wenn ein Grillabend mit Freunden ansteht oder die Familie ihr Frühstück einnimmt.

Der bessere Platz ist also in einer eher stillen Gartenecke, zu mindestens aber entfernt von der hektischen Betriebsamkeit der Menschen. Der Effekt? Die Tiere werden weniger gestört und auch für das Gartendesign ergeben sich neue Möglichkeiten: wie wäre es mir einer kleinen Bank, lauschig unter einer Rosenpergola, mit Blick auf den Teich?

In einem gut besonnten Teich entwickelt sich die Pflanzenwelt natürlich besonders prächtig und reichhaltig. Aber das bringt naturgemäß auch einige Nachteile mit sich: je schneller der Teich zuwächst, desto schneller verlandet er bzw. muss Planzenmasse entnommen werden, wenn man keinen Sumpf haben möchte. Gerade bei kleineren Teichen ein realistisches Szenario.

Eine leichte Beschattung kann das verhindern. Klar, dass dann die Pflanzenauswahl eine andere sein muss. Nichtsdestotrotz plädiere ich für Teiche in der vollen Sonne, weil gerade erst die Möglichkeit gestalterisch bei der Pflanzenauswahl aus dem Vollen zu schöpfen, Lebensräume und Vielfalt schafft. Befinden sich in der Nähe des Teiches größere Laubbäume und besteht die Gefahr, dass im Herbst Laub in den Teich gelangen kann, sollte man den Teich mit einem Netz davor schützen. Nur das ist leichter gesagt als getan! Nasses Laub ist schwer und wer will schon ständig über die Pflanzen hinweg ein Netz aufspannen? Um Vögel vorm verheddern zu schützen, müsste dazu noch das Netz sichtbar gemacht werden, in dem man zum Beispiel Laub draufwirft.

Die richtige Größe

Selbst der kleinste Teich schafft und fördert Artenvielfalt. Vögel kommen zum baden, Insekten können Wasser aufnehmen. Es sind ja gerade die kleinen Teiche, die in der freien Landschaft verschwunden sind. Überlegt man sich, wie tief ein Teich sein müsste, damit er in unseren Wintern nicht bis zum Grund zufriert, dann ergibt sich schon daraus eine gewisse Mindestgröße: bei einer Tiefe von 80cm und einer flachen Böschung, um Pflanzen einzubringen, dann sollte der Teich wenigstens 14 Quadratmeter. Ist jetzt nicht so wahnsinnig groß, aber ein guter Anfang! Am wichtigsten und für die biologische Vielfalt ist der Übergang von Wasser zu Land, die eigentlche Uferzone. Diese erwärmt sich schnell und bietet Pflanzen und Tieren optimalen Lebensraum. Senkrechte Uferwände sind ein absolutes „No Go“. Niemand will Todesfallen für Igel oder Mäuse bauen. Egal wie, Ausstiegsmöglichkeiten müssen einfach eingeplant werden!

Dicht muss er sein!

Wer es von vorherein ökologisch angehen mag, verzichtet auf Folien aus PVC und greift lieber auf „verträglichere“ Folien zurück. Der Markt hält hier genügend Alternativen bereit. Hochleistungs-Kautschuk – Folien (EPDM-Teichfolie) sind eine gute Alternative. Klar, dass auch hier Umweltschutz seinen Preis hat. Abdichtungen aus Ton, Tongranulaten, Lehm und dergleichen empfehlen sich nur bei größeren Projekten. Sind aber eine Überlegung wert. Gerade Lehm ist für temporäre Gewässer, z.B. Regenwasserversickerungsanlagen bestimmt interessant.

Pflanzenauswahl

Salopp gesagt: pflanzen Sie alles auf was Sie Lust haben. Bevorzugen Sie aber einheimische Arten. Verzichten Sie auf wuchernde Pflanzen. Schilf, Rohrkolben, Rohglanzgras, Wasserpest. Nein! Es sei denn, Sie wollen eine Pflanzenkläranlage bauen (dazu kommt später mal noch ein Beitrag). Meine Favoriten für die Uferzone sind eindeutig Pfeilkraut, Schwanenblume (übrigens Blume des Jahres 2014), Sumpfschwertlilie, Igelkolben, Froschlöffel… Für den feuchten Uferbereich natürlich Mädesüß, Blutweiderich (!), Trollblumen… Und drum herum, wo schon wieder normale Gartenerde ansteht? All die phantastischen Stauden mit Wildcharakter; Wasserdost, Taglilien, Sonnenhut, Schlangenknöterich. Hier gibt es keine Kardinallösung. So wie es in das Gestaltungskonzept passt. Ich persönlich bin aber ein Riesenfan von Bepflanzungen am Teichrand, die optisch den Teich vergrößern. Am besten gelingt dies mit einer üppigen Bepflanzung. Möglichst hoch, um Sumpfland zu imitieren. Ich hoffe ich konnte Euch einige Anregungen geben. Bei Fragen oder Gestaltungswünschen, schreibt mir oder nehmt Kontakt zu mir auf. Liebe Grüße, Lars Schönberg für das GartenKollektiv.

Quellenangabe: Für den Text habe ich teilweise die Ausführungen von Helga Briemle als Leitfaden genutzt | Erschienen in der Gartepraxis 7/1992 / Verlag Egon Ulmer

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