Fruchtfolge für den gesunden Küchengarten

Nur mir allergrößten Aufwand gelingt es, große Felder und Beete, auf denen nur eine Pflanze kultiviert wird, vor Schädlingen und Krankheiten zu bewahren. Wir alle kennen die Mittel und die Probleme: Pestizide, chemische Düngemittel, Artensterben und die Verwahrlosung unserer Heimat.

Nicht nur auf den Feldern, auch im Gemüsegarten, machen große Kulturen Schwierigkeiten. Die Probleme ähneln sich:

  • Schädlinge haben leichtes Spiel und sind meist nur mit erhöhtem Arbeitsaufwand und chemischen Mittelchen beizukommen. Das macht ab einen gewissen Punkt nicht nur kein Spaß mehr, sondern schädigt die Umwelt.
  • pflanzt man noch jährlich Pflanzen, mit ähnlichen Ansprüchen (Kohl auf Kohl, Hülsenfrüchte auf Hülsenfrüchte), an die immer gleiche Stelle, laugt man den Boden aus und entzieht im seine Kraft.

Um diesen Fehler zu vermeiden, sollte man von Anfang mit biologischen Anbauverfahren arbeiten. Fruchtfolge und Mischkultur sind die Mittel der Wahl . Das Prinzip der Fruchtfolge ist denkbar einfach:  die gleiche Art von Gemüse sollte nie am gleichen Ort Jahr für Jahr gepflanzt werden. Daraus ergeben sich für ihren Küchengarten eine ganze Menge Vorteile:

  • Es verringert die Notwendigkeit für die Schädlingsbekämpfung
  • Die Bodenstruktur wird beibehalten
  • Der Ausbreitung von Bodenkrankheiten, wie Nematoden, wird vorgebeugt
  • Giftige Stoffwechselprodukte können abgebaut werden, bevor die Kultur wieder angebaut wird
  • Kurz gesagt: Ihr Gemüse bleibt gesund und ist gesund!

Wie funktioniert es – Das System Fruchtfolge

Um das System der Fruchtfolge in seinem Küchengarten zu etablieren, teilen Sie diesen am besten in vier gleich große Bereiche auf. Sie ahnen schon, auf was das jetzt hinausläuft: Eine Kultur, z.B. Erdbeeren, stehen im ersten Jahr im Bereich A und wechseln im zweiten auf Bereich B und im dritten Jahr auf Bereich C. Nach einem weiteren Jahr in D, dürfen die Erdbeeren dann wieder auf A. Klingt einfach, ist es auch. Trotzdem rate ich dazu, einen kleines Gartentagebuch anzulegen, in dem Sie eintragen, was in welchem Jahr wo kultiviert wurde. Denn es bleibt ja nicht nur bei den Erdbeeren :-)

Ich persönlich finde die Einteilung unserer Gemüse – und Kulturpflanzen in drei unterschiedliche Gruppen relativ einfach und übersichtlich. Noch nicht ganz Profi – Like, aber auf dem besten Weg:

  1. Die Stark – Zehrer (sie alle finden im ersten Teilbereich ihr Beet): Weißkohl, Rotkohl, Wirsing, Rosenkohl, Chinakohl, Zucchini, Kürbis, Gurken, Lauch, Kartoffeln, Lauch,  Blumenkohl, Brokkoli
  2. Die Mittel – Zehrer (für den zweiten Teil): Zwiebeln, Knoblauch, Möhren,  Rote Bete, Sellerie Fenchel,  Salate, Spinat, Schwarzwurzeln,  Radieschen, Lauch Kohlrabi
  3. Die Schwach – Zehrer (für den dritten Teil): Kräuter, Bohnen, Erbsen
Von links nah rechts:

Beeteinteilung / Fruchtfolgesystem und Mischkultur

Den Boden ruhen lassen

Nachdem wir die drei Gruppen für uns sortiert haben und die Beetplanung damit abgeschlossen ist, widmen wir uns den viertem Teil unseres Küchengartens. Blicken wir kurz einige Jahrzehnte zurück: bevor der Wahn nach immer größeren Feldern der Weg geebnet wurde, war es üblich, einen Teil der Felder ruhen zu lassen. Das war nicht unproduktiv und Verschwendung, sondern nützlich, um den Boden die nötige Ruhe zu geben, aber auch um Futter (und Weidegründe) für das Vieh zu gewinnen.

Von Ödland oder Brachland im Sinne von etwas nicht bewirtschaften, kann dabei  natürlich keine Rede sein. Dafür war das Land dann doch zu Schade. Auch vor hundert Jahren schon. Das Modell nennt sich Fruchtwechselwirtschaft. Und das klingt ja schon ganz nach Fruchtfolge, wie wir es auch in unserem Küchengarten anwenden wollen und werden.

Für den vierten Teil nutzen wir Pflanzen, die sich als Hühner- und Kaninchenfutter eignen und unseren wilden Besuchern Nahrung bieten können. Optimalerweise wären das Klee (Perser, Inkarnat, Alexandriner), Lupinen, Sommerwicken, Phacelia, Buchweizen. Selbst Spinat wäre geeignet. Es gibt auch hier eine große Auswahl. Ich persönlich würde aber empfehlen Gründungspflanzen zu verwenden, die nicht frosthart sind. So können Sie diese zum Saisonende leicht untergraben und den Boden damit Humus zuführen.

Düngung und Pflanzengesundheit

Darum wird es in unserem nächsten Beitrag gehen. Und um Mischkultur, die wahrscheinlich beste Möglichkeit, seinen Küchengarten kerngesund zu halten.

Lieben Gruß, Lars

 

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