HORTUS INSECTORUM

Es gibt Gärten, die wollen so gar nicht in das Schema Garten passen, wie wir es gewohnt sind. Dieses Stück Land hier als Garten zu bezeichnen, träfe auch nur bedingt auf die gängige Definition eines Gartens zu.  Nein, der Garten den ich Euch heute vorstelle, ist mehr. Ein Refugium, eine Arche, eine Philosophie.  Lebensraum für eine sensationelle Vielfalt an Insekten. Darum hat dieser Garten auch einen Namen:  „HORTUS INSECTORUM“ – Der Garten der Insekten.

Geplant und angelegt wurde der „HORTUS INSECTORUM“ von Markus Gastl, der sich bewusst für die konsequente Förderung der Artenvielfalt im Garten entschieden hat. Sein 7.500m² großes Grundstück bietet  eine hohe Dichte an verschieden Lebensbereichen, die mit einander vernetzt sind. Durch die Vielfalt an Lebensräumen  – Blumenwiesen, Steinsetzungen, Tümpel – haben sich viele seltene Tierarten in seinem Garten erfolgreich angesiedelt.

Über den Garten kann man ein Buch schreiben. So vielgestaltig, so komplex ist der Garten und die Motivation, aus der heraus er entstanden ist. Und natürlich hat Markus Gastl dies auch getan! Sein Buch „Drei-Zonen-Garten / Vielfalt – Schönheit – Nutzen“, könnt Ihr über den Verlag Dr. Friedrich Pfeil beziehen.

Ich möchte meine Vorrede hier beenden und einen kurzen Text wiedergeben, den Markus mir zugeschickt hat:

„Während 2er langer Radreisen auf dem amerikanischen Doppelkontinent (zusammen  4 Jahre und fast 60000 km in Begleitung meiner Frau), ist mir klar  geworden, dass Vielfalt überall und auch bei uns in Deutschland enorm bedroht ist. Um einen persönlichen Beitrag für die Natur zu leisten und der Schöpfung etwas zurückzugeben für  die unglaublichen Eindrücke meines Lebens, gestalte ich ein großes Grundstück in Beyerberg schrittweise ökologisch zu dem HORTUS INSECTORUM um. Mein Wunsch ist es, möglichst viele Menschen für dieses Thema zu sensibilisieren und Anregungen für den eigenen Garten zu geben. Dafür bilde ich mich weiter und engagiere mich auch bei anderen Aktionen. Dieses, für uns und die nächsten Generationen  wichtige Thema anzusprechen und zu unterstützen, ist ein großes Anliegen von mir. Denn wenn wir unseren Planeten weiterhin mit einer Vielfalt an Lebewesen bewohnen möchten und sein empfindliches Gleichgewicht aufrecht erhalten wollen, liegt es nunmehr in unseren Händen etwas zu tun…

… Heute bin ich 45 Jahre alt, aber ich meine, für Visionen und den Erhalt der Vielfalt zu kämpfen ist es nie zu spät. Einen Baum zu fällen dauert nur eine halbe Stunde, zum Wachsen braucht er Jahrzehnte oder sogar Jahrhunderte!

Steinpyramiden im Hortus

Steinpyramiden im Hortus

 

Zeit oder Alter ist also relativ und kann kaum bemessen werden, für viele Pflanzen und Tiere wird sie aber knapp und knapper. Das Artensterben hat heute eine unglaubliche Geschwindigkeit erreicht und vieles wird in wenigen Jahrzehnten unwiederbringlich verloren sein.“

Ein wundervoller Garten! Sehr  informativ ist auch die Webseite des „HORTUS INSECTORUM“ – einfach mal reinklicken. Dort findet Ihr auch den Link zum Buch. Eine lohnende Anschaffung. Nicht nur fürs Bücherregal.

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